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  • Claudia Ward

Tote Fuchsfähe - Suche nach Welpen nicht möglich

Eine laktierende Fähe wurde am 12.04.23 auf der Landstraße L 3303 Büttelborn in Richtung Griesheim überfahren und leblos aufgefunden. Ein Autofahrer bemerkte das überfahrene Tier und vergewisserte sich, dass der Fuchs auch tot ist. Zur Sicherheit fotografierte er die bereits verstorbene Fuchsfähe und bemerkte dabei, dass deren Zitzen geschwollen waren und es folglich Welpen gab.

Fuchsfähe Zitzen
Zitzen der toten Fähe

Die Sektion Hessen von Wildtierschutz Deutschland e.V. (kurz WTSD) wurde über ein Facebook-Posting auf den Fall aufmerksam. Eine Mitarbeiterin nahm sich der Sache an, weil sie sich im hessischen Kreis Groß-Gerau abspielte.







Der Fuchsexperte und Buchautor Daniel Peller, der sich im Wildtierschutz (www.aktionsbuendnis-fuchs.de) sowie der Wildtierhilfe (www.fuchs-hilfe.de) speziell für Füchse engagiert, bestätigte anhand der Fotos, dass die überfahrene Fähe laktierend war. Anhand des Zustands des Gesäuges stellte er zudem fest, dass die Welpen noch so jung sein müssen, dass sie ohne ihre Mutter bzw. die Muttermilch noch nicht überleben

können – selbst, wenn sich noch andere Altfüchse um die Welpen kümmern (wie es in Familiengruppen von Füchsen oft der Fall ist). Um die Welpen vor dem Hungertod zu retten, wäre also menschliche Hilfe nötig gewesen.

Eine Suche nach Welpen ohne die Unterstützung des Jagdausübungsberechtigten, welcher sich in seinem Gebiet auskennt und mit größter Wahrscheinlichkeit auch die Fuchsbaue in der Gegend kennt, ist allerdings ziemlich aussichtslos.

WTSD Sektion Hessen nahm deshalb sofort Kontakt zur unteren Jagdbehörde des Kreises auf und schilderte den Fall. Dort wurde uns mitgeteilt, dass umgehend Kontakt zum zuständigen Jagdpächter erfolge. Leider ohne Erfolg, denn der zuständige Jäger war zu einer Zusammenarbeit hinsichtlich der Rettung der Fuchswelpen nicht bereit. Auch gegenüber der lokalen NABU-Organisation wurde die Zusammenarbeit abgelehnt. So konnte auch keine Suche mit einem speziellen Hundegespann durchgeführt werden.

Nach Recherchen der Sektion Hessen von WTSD ist der zuständige Jagdausübungsberechtigte sowohl auch der zweite Vorsitzende des Kreisjägervereins Groß-Gerau sowie Leiter des DJT ( Deutsch-Jagdterrier) Clubs in Büttelborn sowie Leiter der AG Bergstr. Odenwald ebenso DJT Club. Dieser betreibt eine Schliefanlage (Stand 2011), in der Füchse gehalten werden und zur Jagdhundeausbildung missbraucht werden.


Diese Anlagen sind als tierschutzwidrig einzustufen, da den Füchsen jegliches artgerechtes Leben entzogen wird. Zudem bedeutet die Verwendung von Füchsen für die Ausbildung von Jagdhunden Stress und Angst für die Wildtiere. Bei der Ausbildung wird die sogenannte Raubwildschärfe der Jagdhunde geprüft, d.h. diese sollen extrem aggressiv gegenüber den Füchsen verhalten. Eigentlich sollen die Hunde lernen, den Fuchs im Bau nicht direkt anzugreifen, sondern nur zu „verbellen“, damit er den Bau verlässt und geschossen werden kann. Aber die Realität sieht anders aus, das zeigen immer wieder Fotos und Videoaufnahmen der Baujäger, die diese ins Netz stellen.

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Mehr über Schliefanlagen, die Baujagd oder Füchse erfahren Sie über unsere neue Suchfunktion




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