• Claudia Ward

Töten mit dem Segen der Kirche


Jedes Jahr finden ab Ende Oktober bis in den November die sogenannten „Hubertusmessen“ statt. Sowohl die katholische wie auch die evangelische Kirche halten an dieser veralteten Tradition fest und segnen Waidmänner und Frauen, deren Waffen sowie die toten Tiere. Obwohl St. Hubertus der Jagd abschwor und ein Beschützer der Tiere wurde erklärte ihn die Kirche zum Schutzpatron der Jäger. Du sollst nicht töten sagt das 5. Gebot, aber dieses gilt anscheinend der Kirche nach nicht für Tiere, denn mit dem Segen der Kirche wird auch im Jahr 2020 immer noch an total veralteten nicht mehr zeitgemäßen Traditionen festgehalten: Töten mit dem Segen der Kirche.


Hubertusmesse: Toter Hirsch als Opfergabe, Bild: Respektiere

Gedacht werden soll rund um dem 3. November an dem heiligen St. Hubertus von Lüttich, den angeblichen Schutzheiligen der Jäger. St. Hubertus wurde um 655 in Toulouse Südfrankreich als Sohn eines Edelmannes geboren und wurde im Jahre 705 zum Bischof gekürt. Hubertus war ein Lebemann und ein leidenschaftlicher Jäger. Bis zu dem Tage als er einen kapitalen, weißen Hirsch begegnete. Er stellte diesen tagelang nach und tief im Wald bekam er das erschöpfte Tier ins Visier seiner Waffe. Kurz bevor er den Bogen spannte, überkam ihn eine Vision, er sah ein leuchtendes Kreuz zwischen dem Hirschgeweih und er vernahm die Stimme Christus welche mit mahnenden Worten zu ihm sprach „Hubertus, warum jagst du mich?“


Daraufhin legte Hubertus die Waffe ab und kniete nieder. Fort an lebte er ein bescheidenes Leben, legte all seine Ämter nieder und gab seine Reichtümer den Armen. Hubertus wurde zu einen wahren Christen und entsagte für immer der Jagd.

„Was ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“, sprach Jesus von Nazareth. Und genau dies erkannte Hubertus im Glanz des Kreuzes wieder. Die ersten Christen hielten das Jagen unvereinbar mit dem christlichen Glauben und so wurde Jägern das Taufen verweigert.


Hubertusmessen werden von Jägern mitverantwortet und besucht. Sie bilden den Beginn zu Drückjagden, bei denen Jäger durch die Wälder ziehen und massenhaft Tiere hetzen und töten. Die Kirchen halten an einem Brauchtum fest, welches sich mit der heutigen, modernen Zeit nicht mehr vereinbaren lässt.


„Einen Gottesdienst zu veranstalten, der Jägern symbolisch den Segen für das systematische Töten wehrloser Mitgeschöpfe gibt, sendet ein völlig falsches Signal. Kirchen müssen für die Bewahrung der Schöpfung eintreten, nicht für die Zerstörung“, sagt Julia Bielecki von der Kampagne „Christen für Tiere“ bei Peta.


Warum äußert sich die Kirche niemals zu Tierleid, zur Massentierhaltung , Tierversuchen oder sonstigen Tierquälereien. Sind Tiere denn nicht auch Geschöpfe Gottes? Waren sie nicht die ersten, die Gott erschuf? Und lebten nicht einst die Menschen in Frieden und Harmonie mit den Tieren?


Jesus war Vegetarier und sprach auch für die Tiere. In der Bibel ist davon kaum etwas zu finden, dieses steht nur in vorchristlichen Schriften. Auch erkannte die katholische Kirche den Tieren ihre unsterbliche Seele ab. Kirche und Tierschutz heute erinnert auch einst an die Zeit von Kirche und Hexenverfolgung.


Die Jagd ist in größten Teilen Tierquälerei und nicht mehr nötig aber mit dem Segen der Kirche lässt sich das 5. Gebot besser umgehen und mit dem Segen der Kirche können Jäger im Namen der Kirche töten.


Auch im diesem Jahr werden wieder Hubertusmessen, wenn auch eingeschränkt, stattfinden. Auch dieses Mal verschließt die Kirche die Augen und wundert sich das immer mehr Menschen aus der Kirche austreten.

Anstatt den heiligen Hubertus zum Schutzpatron der Tiere zu machen, ernannte ihn die Kirche zum Patron der Jäger. Dabei besteht der Sinn der Legende um Hubertus doch darin, dass der Mensch in Einklang und Frieden mit der Natur und den Tieren leben soll. Auch gehen die Kirchenvorstände immer mehr dem nicht christlichen Hobby "Jagd" nach und missachten dabei das von ihnen gepredigte Gebot "Du sollst nicht töten"

Für mich persönlich eine der scheinheiligsten Institutionen überhaupt.


Ich halte es mit M. Gandhi: „Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie mit Tieren umgeht.“


Hubertusmesse in den Bergen






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