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Nilgans – Freund oder Feind?

Untersuchungsbericht der HGON zum Nilgans-Monitoring 2019 in Wiesbaden veröffentlicht

Familienglück am Wasser / Bild: privat

Auch wenn Nilgänse mittlerweile als etabliert gelten, werden sie immer wieder zum Feindbild erkoren. Sie seien invasiv, verdrängen „heimische“ Tierarten und übertragen Krankheiten.

Jetzt hat ein Mitarbeiter der HGON eine wissenschaftliche Studie veröffentlicht, die das Verhalten der Tiere aufzeigt und das Ergebnis ist eindeutig:

Nilgänse verdrängen keine „heimischen“ Tiere, denn „regelmäßig hielten sich Küken aller drei Arten (Stockenten, Teich- und Blesshuhn) und deren Eltern völlig entspannt in unmittelbarer Nähe der Nilgänse auf. Aggressive Aktionen gegenüber erwachsenen Stockenten (einmal auch Teichhuhn) wurden sehr selten beobachtet und hatten nie Verletzungen zur Folge. Alle drei einheimischen Arten pflanzten sich in Gegenwart der Nilgänse erfolgreich fort.“ so Herr Oliver Weirich

https://www.researchgate.net/publication/343722228_Monitoring_der_Nilgans_Alopochen_aegyptiaca_in_Wiesbaden_2019_Untersuchungsbericht_im_Auftrag_des_Magistrats_der_Stadt_Wiesbaden

Neben der vermeintlichen Verdrängung anderer Arten, wurden die Nilgänse auch immer wieder als Krankheitsüberträger in Verruf gebracht. Man denke nur an das Brentanobad in Frankfurt oder das Offenbacher Waldschwimmbad. Der Ornithologe Martin Kraft von der Philipps-Universität Marburg stellt das Gefährdungspotenzial von Nilganskot in Frage und bringt es deutlich auf den Punkt: „Der Kot ist ungefährlich, solange man ihn nicht kräftig durchkaut.“ https://merkurist.de/frankfurt/nilgans-diskussion-das-ist-dummheit-die-auf-die-nilgaense-losgelassen-wird_mc6

Es ist zu hoffen, dass dieser aktuelle Bericht der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e.V. eine Lanze für diese Tiere bricht und wir endlich wieder lernen, mit der Natur & ihrer Vielfalt zu leben.

Nilgänse sind wunderschöne Lebewesen und die Natur ist ständig in Bewegung. Wenn wir wirklich Tierarten schützen möchten, müssen endlich Lebensräume geschaffen werden und vor allem die negativen Auswirkungen durch die industrielle Landwirtschaft wie Überdüngung, Einsatz von Pestiziden, zu frühe Mahd etc. angegangen werden. Die Bejagung ist keine Lösung!

https://www.fr.de/frankfurt/schlechte-aussicht-gaense-frankfurt-13786454.html

Anmerkung:

Die Nilgans unterliegt laut Bundesjagdgesetz nicht dem Jagdrecht; aufgrund der starken Ausbreitung wurde jedoch in einigen Bundesländern eine Jagdzeit festgelegt. In Hessen werden sie in der Zeit vom 01.09. – 15.01. sinnlos abgeknallt. Im Zeitraum 2019/2020 insgesamt über 3.000 Tiere, parallel dazu über 6.000 Stockenten, nur in Hessen.

Weitere Informationen der HGON über die Nilgänse sind hier verlinkt


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