• Claudia Ward

Ich bin ein Jagdgegner


Schon seit meiner frühesten Kindheit bin ich immer sehr tierlieb. Meine Eltern erzogen mich zu einem respektvollen Umgang mit den Tieren.


Früh habe ich begonnen mich für Tiere einzusetzen, ob es nun Pferde, Hunde oder auch Streunerkatzen waren, welche mir persönlich auch heute noch sehr am Herzen liegen. Ich selber habe einen ehemaligen Streuner bei mir aufgenommen.


Mit Füchsen kam ich das erste Mal in Berührung als ich meinen ersten Hund bei mir aufnahm. Immer unterwegs im Feld, da sieht man schon so einiges: Füchse kreuzten unseren Weg, liefen im Gebüsch neben uns her. Angst hatte ich nie, weder um mich, noch um meinen kleinen Hund. Auch nicht vor Tollwut, welche zu dieser Zeit noch vorkam.


Auch wurde ich immer öfter Zeuge der Jagd auf Kaninchen, welche mit Hilfe eines Frettchens aus dem Bau getrieben wurden, um dann von den davor stehenden Jägern abgeschossen zu werden.


Als bei uns im Ort die erste Wildtierpflegestation gegründet wurde, übernahm ich eine Patenschaft für einen Höckerschwan und wurde Mitglied. Dort hatte ich dann auch den ersten hautnahen Kontakt zu einem Fuchs welcher auf der Station lebte.


Einige Jahre später zog ich in eine andere Ecke Hessens und mein zweiter Hund, Ronja, trat in mein Leben. Sie kam aus Rumänien und war eine typische Angsthündin. Kurze Zeit nachdem ich sie adoptierte, lief sie mir in Panik davon und eine große Suchaktion wurde gestartet.


Auf der Suche nach ihr stieß ich abseits der Wege auf einen großen Holzkasten mit Betonröhren an beiden Enden. Ich wusste nicht was dies war und musste zu meinem Entsetzen lesen „Vorsicht Fuchsfalle“. Ich war voller Panik, hatte Angst um meinen Hund und schaute sofort hinein, Gott sei Dank war sie leer. Hinter der Betonröhrenfalle stand eine Drahtgitterfalle und in dieser lag ein bereits stark verwester Marder. Er war offensichtlich verdurstet oder verhungert. Seitdem schaute ich immer wieder nach, ob sich ein Tier darin befand.

Ronja wurde übrigens am nächsten Morgen von der Hündin meiner Freundin in einen Gebüsch nahe der Falle aufgespürt.


Ein Jahr später, zur gerade aktuellen neuen Schonzeitverordnung für Füchse in Hessen, entdeckten ein Bekannter und ich in genau dieser Drahtgitterfalle einen lebenden Jungfuchs. Das arme Tier musste schon die ganze Nacht darin verbracht haben und offensichtlich drohte ihm das gleiche Schicksal wie dem Marder.


Keine Frage das Tier musste befreit werden und nach einer gefühlten Ewigkeit lief der Fuchs in die Freiheit zurück. Ein tolles Gefühl aber dennoch ließ es mich nicht mehr los und ich musste etwas dagegen unternehmen.


Ich erstattete Anzeige und informierte die Presse. Die Gegenseite antwortete mit bösen Briefen und wies jegliche Schuld von sich. Ich wurde allen Ernstes beschuldigt, selbst den Fuchs in die Falle gesetzt zu haben um ein tierschutzwidriges Jagdvergehen zu konstruieren. Ich war alleine und hatte keine Zeugen. Der Bekannte von damals ließ mich eiskalt hängen und beschimpfte mich schlimm. Auch heute noch sprechen wir kein Wort mehr miteinander.


Wieder einige Jahre später, im Januar 2019, ich hatte gerade Betriebsurlaub und konnte lange ausgedehnte Spaziergänge mit Ronja unternehmen, als sie mich plötzlich in eine Ecke zog, ich fühlte mich sofort unwohl. Kurze Zeit später sah ich auch den Grund. Ein Fuchs, mit Paketschnur am Hinterlauf aufgehängt am Baum. Wir waren beide ganz stumm. Ich konnte nicht denken, nicht fühlen.


Ich näherte mich vorsichtig dem Fuchs und hatte irgendwie die naive Hoffnung das dieser noch lebte. Als ich näher kam sah ich das meine Hoffnung umsonst war. Seine Kehle war offen und Blut lief noch herunter und tropfte auf die Erde.


Ich begann wieder klare Gedanken zu fassen und war über meine Ruhe erstaunt. Was sollte ich jetzt tun... ich fotografierte den Fuchs, brach den Ast ab, an dem dieser hing und zog den Fuchs auf die Seite. Ich weiß noch genau wie Ronja auf diesen Fuchs starrte. Ihre Augen waren weit aufgerissen vor Entsetzen. Füchse sind unsere Freunde, hatten wir doch schon ganz tolle Begegnungen mit diesen wundervollen Tieren erlebt.

Das Maß war voll, nun musste gehandelt werden. Ich konnte diesen Verbrechen gegen die Natur nicht mehr tatenlos zusehen. Ich veröffentlichte die Bilder in der Stadtgruppe auf Facebook, informierte die Presse und machte Anzeige bei der Polizei.


Seither ist mehr als ein Jahr vergangen und ich habe viel gesehen, habe meine Augen geöffnet und nicht mehr weggesehen. Die Jagd ist ein Verbrechen gegen die gesamte Natur, sie ist absolut unnötig und grausam. Ich kann nur allen raten sich über die Grausamkeiten der Jagd zu informieren. Sie ist völlig überflüssig. Hört nicht auf das, was Jäger euch versuchen einzureden. Recherchiert selber, macht Beobachtungen und stellt alles in Frage.


Jäger sind in der Regel keine Gutmenschen, sie sind auch keine Respektspersonen, viele von ihnen töten Tiere einfach nur, weil sie es wollen und dürfen. Stolz sind sie auf den Abschluss ihrer Jagdausbildung, die sie als „Grünes Abitur“ bezeichnen. Das kann allerdings jeder machen, der den Führerschein schafft.


Angstfrei ohne Jagd Bild: privat


Wir wollen mit unserer Arbeit die Menschen aufklären, wachrütteln, sie sollen die Augen öffnen, um Dinge zu erkennen wie sie sind. Wir sind die neue Generation, wir kommen mit Fakten und Wahrheiten gegen die Jagd. Dafür ist dieser Blog.


Und ich kann heute ohne Furcht sagen: Ich bin ein Jagdgegner.

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